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1. Mai-Demo in Schweinfurt (Rückblick)  (04.05.2010)
Am 1. Mai 2010 fanden sich 1‘100 Nationalisten in Schweinfurt ein und sie war damit die grösste Demo in der Bundesrepublik. Dazu konnten wir auch marschieren, dass konnten leider viele nationale Demos in Deutschland nicht.

Um 12 Uhr trafen die meisten Demoteilnehmer am Schweinfurter Hauptbahnhof ein, nach und nach kamen dann immer mehr Leute zum Sammelplatz. Um ca.13 Uhr waren wir eigentlich bereit, um loszumarschieren. Doch die Polizei hielt uns (aus mir nicht bekannten Gründen) bis 15 Uhr zurück. Doch dann ging es los, alle 1‘100 Demoteilnehmer bildeten Viererreihen und marschierten los. Mit Parolen und Liedern zogen wir durch Schweinfurt. Vor allem als wir an einem Haus vorbeikamen und ein altes Soldatenlied sangen, sah eine ältere Dame aus der Wohnung und strahlte uns an. Wahrscheinlich hatte sie das Lied seit über 65 Jahre nicht mehr gehört und freute sich wieder, dass es eine Jugend gibt, die einen Nationalstolz hat. Rein nur dieser Moment hat mich so berührt, dass sich die ganze Demoarbeit gelohnt hat. Von den vielen Tausend Gegendemonstranten sah ich etwa 50 Leute (schon komisch, so kommt es mir irgendwie immer vor), wo blieben diese Tausenden Gutmenschen?

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Bei der Kirche angelangt, bildeten wir einen grossen Halbkreis und hörten uns die ersten vier Redner an:
  • Gottfried Küssel
  • Daniel Knebel
  • Dennis Giemsch
  • Jürgen Schwab
Nach diesen vier Reden war schon 16:20 Uhr und die Zeit schien uns wegzurennen. Kein Wunder: die Polizei hielt uns auch zwei Stunden zurück. Daher nahmen wir die kürzere Strecke zurück Richtung Bahnhof. Schon wieder war der antifaschistische Widerstand ziemlich gering, bloss ein paar Israelfahnen waren zu sehen. Ein Immigrant, der am Strassenrand stand, rastete total aus, als ein paar Demoteilnehmer riefen: „ Ali, Mehmed, Mustafa geht zurück nach Ankara!“ Er wurde von der Polizei mit Gewalt zurückgehalten. Hat dieser Mann noch nie was von Meinungsfreiheit gehört?

Beim Bahnhof zurück, hielt ich, Philippe Eglin, noch meine Rede. Diese musste ich doch radikal abkürzen, weil es schon 16.51 Uhr war und die Demo um 17 Uhr enden musste. Zum Schluss wurde die Demo vom Veranstalter beendet. Beim Zurückfahren mit dem Zug bis zu den Autos flog noch ein Stein von den so „friedlichen“ Kommunisten auf den Zug. Es gab plötzlich einen lauten, dumpfen Knall und eine ältere Dame, die nichts mit der Demo zu tun hatte, war völlig schockiert und verunsichert. Die anwesende Polizei nahm den Schaden in ihrem Rapport auf. Beim Bahnhof Bergtheim verabschiedeten wir uns noch von den Kameraden aus Baden-Württemberg und Bayern und fuhren nach Hause.

Bei der Demo haben wir unser Motto wieder deutlich gemacht: Kapitalismus ist keine Wirtschaftsform, sonder ein Verbrechen!

Philippe Eglin

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